Zweite Auszeichnung für den Schülerladen StoffweXel durch die UNESCO (01.2012)

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat den Schülerladen StoffweXel in der Gelnhäuser Petersiliengasse erneut als Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet. Die Auszeichnung erhalten Initiativen, die Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln vorbildlich vermitteln.

Auf Einladung der UNESCO-Kommission nahm die Studienrätin Patricia Grendel der Beruflichen Schulen Gelnhausen die Auszeichnung am ersten Adventswochenende in Berlin feierlich entgegen. Die Schülerfirma ist nun berechtigt, digitale Logos, Stempel und Fahnen mit dem Nachhaltigkeitslogo zwei Jahre zu nutzen. Anschließend muss das Team, bestehend aus Schülerinnen und Schüler und ihren Projektbegleitern erst wieder beweisen, dass ihre Konzeption des Schülerladens noch zeitgemäß ist, den Kriterien entspricht und eine Weiterentwicklung erfolgte. Das Projekt StoffweXel zeigt eindrucksvoll, wie zukunftsfähige Bildung aussehen kann. Das Votum der Jury würdigt das Projekt, weil es "verständlich vermittelt, wie Menschen nachhaltig handeln", so Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees und der Jury der UN-Dekade in Deutschland.

Die Lernenden der Berufsfachschule mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung zeigen, wie die Idee "Nachhaltigkeit lernen" in der Praxis funktioniert. Das Konzept wird in einem Ladengeschäft seit März 2009 umgesetzt, in dem die Lernenden nach dem Unterricht Kleidung, die aus Altkleidern oder Stoffen aus ökologischem Baumwollanbau sozialverträglich gefertigt sind, verkaufen. Im Wirtschaftslehreunterricht erarbeiten die Lehrenden gemeinsam mit den jungen Menschen Kompetenzen, die zur selbstständigen Führung eines Ladengeschäftes notwendig sind. Gleichzeitig werden sie in die Lage versetzt, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt.

UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014)

Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt. Die notwendigen Fähigkeiten dazu vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE: Wo kaufe ich Kleidung, ohne Ausbeutung in Asien, Südamerika oder Afrika zu unterstützen? Wie fördern wir wirtschaftlichen Fortschritt, ohne die Umwelt zu zerstören? Das sind nur zwei der Fragen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung beantwortet. Mit der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, diese Art des Lernens in ihren Bildungssystemen zu verankern.

Anforderungen an Dekade-Projekte

Eine Jury aus Experten entscheidet über die Auszeichnung der Bildungsprojekte. Voraussetzung ist die Ausrichtung der Arbeit an den Grundsätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. So müssen Wissen und Kompetenzen aus den drei Nachhaltigkeits-Dimensionen Wirtschaft, Soziales und Umwelt vermittelt werden. Außerdem ist wichtig: Die Projekte haben einen innovativen Charakter, wirken in die Breite und bemühen sich um die Zusammenarbeit mit anderen Projekten.

 

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