Die sicherste Maschinenhalle Deutschlands (05.2010)
„Ein Leuchtturm in der hessischen Berufsschullandschaft“
Main-Kinzig-Kreis investiert mehr als 1,7 Mio Euro in Berufliche Schule Gelnhausen.
Mit einer Einweihungsfeier „aus einem Guss“ wurde die sanierte und neu eingerichtete Metallwerkstatt an den Beruflichen Schulen Gelnhausen vom Schulträger, dem Main-Kinzig-Kreis, an die Schulgemeinde übergeben. Schulleiter Gustav Honzen begrüßte unter der großen Gästeschar insbesondere Regierungsdirektor Klaus Müller vom Hessischen Kultusministerium, den Vorsitzenden des Kreistages Hubert Müller, den 1. Kreisbeigeordneten und Vizelandrat Günter Frenz, den Leitenden Schulamtsdirektor Klaus Linke vom Staatlichen Schulamt und Bürgermeister Thorsten Stolz. Darüber hinaus waren Vertreterinnen und Vertreter der Ausbildungsbetriebe, der Industrie- und Handelskammer und Handwerksinnungen sowie der an der Maßnahme beteiligten Unternehmen in die Barbarossastadt gekommen. Der Stellv. Schulleiter Hartmut Bieber führte moderierend durch das Programm.
Schulleiter Gustav Honzen wies in seiner Begrüßung auf vier Aspekte hin, die ihm aus Anlass der Einweihung der Metallwerkstatt besonders wesentlich erscheinen: Trotz der schwierigen Finanzsituation habe der Main-Kinzig-Kreis mehr als 1,7 Mio. Euro in dieses Projekt investiert und damit „die besondere Bedeutung, die er den beruflichen Schulen zumisst“ unterstrichen. Parallel zur hier vorgenommenen Investition sei es gelungen, „Schwerpunkte in der Berufsausbildung an den Schulen in Gelnhausen und Schlüchtern zu bilden“: So wird künftig die metalltechnische Berufsausbildung der Auszubildenden aus den Altkreisen Schlüchtern und Gelnhausen in Gelnhausen erfolgen und die der Auszubildenden in den Holztechnikberufen ausschließlich in Schlüchtern. Ein dritter Aspekt sei aufgrund der Neueinrichtung der Metallwerkstatt die Weiterentwicklung der Ausbildung nach dem so genannten Lernfeldkonzept, das eine stärkere Verbindung von Theorie und Praxis auch in der Berufsschule fordere und „bei dem die Auszubildenden anhand aus der Praxis entnommener betrieblicher Abläufe lernen sollen“. Schließlich sei die Schule nunmehr in der Lage, Mitarbeiter aus Unternehmen der Region an den neu eingerichteten Maschinen weiter zu bilden. Honzen dankte dem schulischen Projektleiter Studiendirektor Wolfgang Lanz für sein außergewöhnliches Engagement bei der Entwicklung des pädagogischen und des Raumkonzeptes und bei der Umsetzung gemeinsam mit dem Schulträger und den beteiligten Unternehmen.
Der 1. Kreisbeigeordnete Günter Frenz hob besonders die Investitionen hervor, die man in den vergangenen Jahren schon an der Gelnhäuser Schule vorgenommen habe und gab eine vielversprechende Perspektive bis zum Jahre 2016. Dann nämlich soll die Erweiterung der Schule, mit der vor den Sommerferien noch begonnen wird, abgeschlossen sein. Regierungsdirektor Müller vom Hessischen Kultusministerium lobte die Zusammenarbeit von Schulträger Main-Kinzig-Kreis und Staatlichem Schulamt insbesondere im Hinblick auf die Schulentwicklungsplanung und die Bildung von Schwerpunkten an einzelnen beruflichen Schulen. Das von der Schule entwickelte Konzept für die Nutzung der Metallwerkstatt und die nun vorhandene Ausstattung nannte er einen „Leuchtturm in der hessischen Berufsschullandschaft“. Der zuständige Fachdezernent im Staatlichen Schulamt in Hanau, Klaus Linke, betonte die Bedeutung des Lernfeldkonzeptes für die Berufsausbildung und lobte den Schulträger für die Bereitstellung der hierfür erforderlichen Ausstattung.
Der zuständige Fachingenieur der Unfallkasse Hessen, Dirk Jonischkeit, der die Sanierung der Werkstatt fachlich und beratend begleitet hatte, bezeichnete die Einrichtung als die „sicherste Maschinenhalle Deutschlands“. In diesem Zusammenhang hob er die hervorragende Zusammenarbeit mit der Schule und hier insbesondere mit dem schulischen Projektleiter Wolfgang Lanz hervor. Auch in den Grußworten von Vertretern von Unternehmen und des Verbandes der Deutschen Werkzeugmaschinenhersteller Bielefeld wurde das pädagogische und das Raumkonzept der sanierten Werkstatt gelobt. Peter Beyerle von der Firma Cimatron überraschte die Schule und die Gästeschar mit einer Spende in Höhe von 1,3 Mio. Euro in Form von Software für 50 Schülerarbeitsplätze.
Die Studierenden der Fachschule für Technik Stefan Ludwig und Johannes Schneider sowie der Auszubildende Christian Hess demonstrierten dann in Form einer Powerpoint-Präsentation den Ablauf von Planung, Entwurf, Erstellung einer Spritzgießform bis hin zur Endproduktion eines Kunststoffkeils. Dabei wurde eindrucksvoll und exemplarisch gezeigt, wie die verschiedenen an der Schule angesiedelten metall- und kunststofftechnischen Ausbildungsberufe zusammen arbeiten. Führungen durch die sanierte Werkstatt schlossen sich an. Hier wurden durch Auszubildende und Lehrkräfte die Maschinen „in Aktion“ vorgeführt, fertig produzierte Teile vorgestellt und letztlich die Besucherinnen und Besucher mit reichlich positiven Eindrücken entlassen.
Auch das ergänzende Rahmenprogramm wurde von der Schule gestaltet. Studienrat Christian Vogel setzte mit der Schulband akustische Farbtupfer, die Auszubildenden zum Koch im zweiten Ausbildungsjahr verwöhnten mit ihren Lehrern Günter Ohlbach, Philipp Schrader und Jochen Hartsuiker die Gäste am Buffet.
