"Das fliegende Klassenzimmer" - Chinareise mit unfreiwilliger Verlängerung (07.2010)

Am vergangenen Freitag kehrten die 21 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums und der Fachoberschule, die seit Ostermontag auf Schüleraustausch in China gewesen waren,  erschöpft, aber voller neuer Eindrücke in ihre Klassen an den Beruflichen Schulen zurück.  

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In Begleitung von Matthias Schäfer und den Koordinatorinnen Claudia Greiner und Nora Schullerus hatten sie eine Woche in Nanjing als Gäste des dortigen Oberstufengymnasiums Tianjabing Senior Middle School verbracht. 

Die Schülerinnen und Schüler waren in Gastfamilien untergebracht und besuchten den Unterricht mit ihren chinesischen Partnern. Neben dem Regelunterricht wurden für die Deutschen auch spezielle Unterrichtsstunden angeboten. Sie erhielten Einblicke in die Techniken des Töpferns, der Kalligrafie, der chinesischen Malerei, von Kung Fu und Thai Chi, lernten einen chinesischen Bändertanz und ein chinesisches Lied und in der Schulkantine chinesische "dumplings" (eine Art Maultaschen) zu formen. Am Ende des langen Schultags machten sie sich dann immer mit ihren Partnern auf den Heimweg.  Alina Mook und Simone Scherer schreiben im Reisetagebuch: "Um 17.30 holen uns unsere chinesichen Austauschpartner ab. Zu Hause gibt es reichlich Abendessen. Die Chinesen sind sehr bemüht, um uns eine große Variation von Gerichten darzubieten, damit auch jeder von uns satt werden kann. Der Gastopa versucht sogar ein paar Brocken Deutsch zu sprechen." Der Schüleraustausch wird unterstützt vom örtlichen Oberschulamt und vom Ausländeramt und das öffentliche Interesse ist groß. Das chinesische Fernsehen begleitet die Gelnhäuser Schüler einen Tag lang und sendet am nächsten Tag die Aufnahmen und Interviews mit unseren Schülern.  Eine chinesische Schülerin drückt ihre Gefühle zum Abschied in ihrer Rede vor der ganzen Schulgemeinde so aus : "How time flies. Today we come to the end of 7 exciting days which we will cherish forever. It's an unforgettable experience for all of us. We improved our English. We got a good chance to learn something about the beautiful country-- Germany. … Thank you for your interesting lessons, dear German teachers! Thank for your kind accompany, my dear friends. May our friendship last forever!"

An die Austauschwoche in Nanjing, welches im Nordwesten von Shanghai gelegen ist und über vielfältige historische und wirtschaftliche Verflechtungen mit  Deutschland verfügt, schloss sich für die Schülergruppe eine Bildungsreise durch weitere chinesischen Städte an. Neben der Seidenstadt Suzhou wurde die Metropole und Expostadt Shangai besichtigt, ebenso wie die in Westchina gelegene uralte Kaiserstadt Xi'an (Terrakottaarmee) und schließlich die Hauptstadt Beijing mit der großen Mauer, den historischen Kaiserpalästen und den alten Hutongs, einstöckig bebauten Wohngebieten, die jetzt unter Denkmalschutz stehend vom Abriss bewahrt sind und liebevoll renoviert werden.  

Die langen Reisen zwischen den einzelnen Städten wurden mit Bus und Bahn bewältigt, darunter auch zwei Nachtfahrten in engen Zugabteilen und mit viel Kofferschlepperei treppauf, treppab durch die endlosen Bahnhöfe. Gegen Ende der Reise waren alle Teilnehmenden reichlich erschöpft und freuten sich darauf, nach Hause zurückzukehren. Da drangen auf einmal Nachrichten von Flugverboten wegen des Vulkanausbruchs in Island nach Beijing und aus der anfänglichen Sorge wurde Gewissheit. Anna-Maria Grob und Laura-Sophie Usinger schildern, was dann geschah: "Die Stimmung war wegen der Ungewissheit gedrückt. Es stand vorerst in den Sternen, wann wir heimkommen würden. Super gut lief trotz allem Chaos die Organisation ab – man tat alles für uns arme gestrandete Schüler. Wir konnten uns glücklich schätzen, dass wir in unserem Hotel bleiben durften, ein schönes Hotelzimmer mit gutem Hygienestandard hatten. Wir hätten uns gar nicht ausmalen wollen, wie die Nächte auf dem Flughafen ausgesehen hätten. Unsere Lehrer standen in ständigem Kontakt mit der Deutschen China-Gesellschaft und mit der Abteilungsleiterin Frau Stein des Beruflichen Gymnasiums. Sie erstellten einen Notfallplan, da wir schließlich schon eine Woche Unterricht verpasst hatten. Es wurde eine Kurswahlliste (Beijing 2010) ausgelegt, in welche wir uns z.B. in Englisch- und Mathematikkurse einwählen konnten. So blieben wir selbst im Reich der Mitte nicht vom Unterricht verschont und wurden zum 'Fliegenden Klassenzimmer'". (Claudia Greiner)  

   

 

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