Wieso ein QM-System an unserer Schule?
Die Fragen „Wie gut sind wir?“ und „Was können wir tun, um noch besser zu
werden?“ beschäftigen jeden Lehrer. Das interne Qualitätsmanagement zielt auf die konkrete Arbeit des
Kollegiums und der einzelnen Lehrperson ab. Dazu gehören alle Tätigkeiten
innerhalb der Schule, die sich bewusst mit der Definition, Evaluation, Planung, Sicherung und
Verbesserung der Qualität befassen. Mittlerweile wird die Auseinandersetzung mit der Schulqualität als Aufgabe der Schule als Ganzes gesehen und
nicht nur der einzelnen Lehrkraft.
Ferner sollen Prozesse mit Hilfe von Strukturierungsmodellen einheitlicher gestaltet,
bewusster wahrgenommen, mehr geplant und gezielter gesteuert werden. Dazu sollen Bemühungen um eine gewollte und definierte Schulqualität
mehr Verbindlichkeit gegeben, breiter abgestützt sowie besser koordiniert werden, um verbindlichere Aussagen über die Qualität
und den Umgang damit zu ermöglichen. Wir tun also etwas, was wir sowieso täglich erledigen. Nur etwas systematischer, professioneller,
anerkannter.
Schließlich verlangen auch wir von unseren SchülerInnen Qualität. Mit dem QM-Projekt tun wir also etwas, was wir auch
von den Jugendlichen erwarten. Sie erleben, dass wir auch Ansprüche an uns selbst stellen. Sie erleben, dass
es normal ist, die eigene Arbeit zu überprüfen und zu verbessern.
Weshalb wurde Q2E ausgewählt?
Das Modell Q2E ("Qualität durch Evaluation und Entwicklung") ist ein ganzheitliches Orientierungsmodell, welches wissenschaftlichen Untersuchungen zur
Folge besonders geeignet ist für Schulen. Es basiert - wie der Name bereits andeutet - im Wesentlichen auf der Durchführung von Evaluationen und Feedback, um über
diese Rückmeldungen hin eine systematische Schulentwicklung voranzutreiben.
Das Schweizer Modell von Landwehr/Steiner liefert den theoretischen Hintergrund, der hilft, das Qualitätsmanagement zu planen und zu dokumentieren. Durch
das formelle Prozedere entsteht einerseits Transparenz und anderseits kann kräfteschonend mit dem Thema umgegangen werden. Wir greifen auf eine bestehende, moderne und gut
nachvollziehbare Vorlage zurück.
Q2E bietet Unterlagen und Anleitungen zu konkreten Verfahren in Bezug auf das Qualitätsmangement (Systematik
der Qualitätsbeschreibung, Fragebögen, Verfahrensabläufe usw.).
Wissenschaftlich geprüfte und praxiserprobte Selbstevaluationsinstrumente für Lehrer, Schüler und
Schulleitungen ermöglichen eine Bestandsaufnahme der schulischen Praxis aus verschiedenen
Blickwinkeln und den Vergleich mit anderen Schulen. So lassen sich Schulentwicklungsimpulse
generieren. Es entwickelt sich eine gemeinsame Sprache sowie eine Plattform für einen systematischen
Erfahrungsaustausch zwischen den Schulen.
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Welche Bestandteile besitzt das Q2E-Konzept?
Das Modell basiert auf sechs Komponenten, die den allgemeinen
Rahmen eines schulinternen Qualitätsmanagements umreißen und unter
Einbezug der schulspezifischen Gegebenheiten angepasst und ausgelegt werden müssen. Das Modell Q2E
versteht die Qualitätsentwicklung als Schulentwicklungsprozess. Deshalb müssen alle Betroffenen
und Beteiligten in den Entwicklungsprozess miteinbezogen werden.
Qualitätsleitbild
Im Mittelpunkt steht das Qualitätsleitbild der Schule.
Darin legt die Schule die Qualitäten (Werte, Normen, Standards) fest, nach denen sie
sich beurteilen lassen bzw. künftig selbst evaluieren will. Das Qualitätsleitbild wirkt mehr nach innen und
stellt eine Konkretisierung des schulischen Leitbildes (siehe dort) dar. Das Leitbild
verdeutlicht die von allen Beschäftigten unserer Schule vertretenen Werte und Visionen.
Feedback
Der Unterricht ist für Lehrpersonen das eigentliche „Kerngeschäft“ ihrer beruflichen Tätigkeit. Ein
wirkungsvolles und glaubwürdiges Qualitätsmanagement muss daher in der Schule auch den
Unterricht erreichen und zur Verbesserung und Weiterentwicklung der individuellen
Unterrichtspraxis beitragen. Dabei spielen erfahrungsbezogene Rückmeldungen von Seiten der
Betroffenen (z.B. SchülerInnen, Auszubildende) oder von Seiten unbeteiligter Beobachterinnen
und Beobachter (z.B. Lehrerkolleginnen und Lehrerkollegen) eine zentrale Rolle. Solche Feedbacks
sind für die handelnden Personen wertvolle Reflexionshilfen, die das individuelle Lernen zur
Optimierung des beruflichen Handelns anregen und unterstützen können.
Sie sind von Beurteilungs- und Qualifizierungsinstrumenten
deutlich abzugrenzen.
Möglichst alle Mitarbeitenden sollten Feedbacks einholen, auswerten und
Konsequenzen in der Praxis umsetzen. So muss die Schulleitung mit einem entsprechenden Konzept
dafür sorgen, dass in der Schule die Feedbackkultur (im Sinne des 360-Grad-Feedbacks)
institutionalisiert wird.
Evaluation
Es ist wichtig, dass – neben den einzelnen Mitarbeitenden und der individuellen beruflichen Praxis –
auch die Institution Schule als Ganzes regelmäßig überprüft und schrittweise weiterentwickelt wird,
beispielsweise die kollegiale Zusammenarbeit, die Schulführung oder die Schulorganisation.
Unter Bestandsaufnahme versteht man eine gründliche Evaluation, die das Sammeln, Bewerten und Auswerten
von Daten und Ergebnissen der schulischen Arbeit und ihrer Wirkungen umfasst. Führen Schulen eine solche
Evaluation durch, dann sprechen wir in der Regel von Selbstevaluation. Selbstevaluation, das heißt die
systematische Datenerhebung und Datenauswertung in Bezug auf schulische Ziele, gibt dann Auskunft darüber,
inwieweit diese erreicht wurden. Verfahren der Selbstevaluation erfüllen somit keinen Selbstzweck, sondern
unterstützen die Schulentwicklungsprozesse vor Ort und fördern durch die gewonnenen Rückmeldungen deren
Transparenz und Nachhaltigkeit.
Steuerung
Es gehört in den Aufgabenbereich einer Schulleitung, die verschiedenen Qualitätsaktivitäten in der
Schule zu steuern und zu koordinieren. Entsprechend wichtig ist es, dass der Aufbau und die
Umsetzung des schulinternen Qualitätsmanagements als primäre Aufgabe der Schulleitung
verstanden wird. Während der Aufbauphase eines Qualitätsmanagements löst die Schulleitung die
anstehenden Aufgaben sinnvollerweise nicht allein, sondern gemeinsam mit einer schulinternen
Steuergruppe (an den BSG "Qualitätskreis" genannt).
Gegen Ende der Aufbauphase, wenn es um die Institutionalisierung der Qualitätsaktivitäten geht, hat
die Schulleitung die Aufgabe, die konzeptionellen Grundlagen für die Qualitätsmanagementprozesse
festzulegen, als transparente Verfahren zu beschreiben und in der Schule verbindlich einzuführen.
Externe Evaluation
Die Schule lässt das schuleigene Qualitätsmanagement und damit auch die Schul- und
Unterrichtsqualität extern überprüfen, verarbeitet die Ergebnisse und nutzt sie zur schrittweisen
Optimierung. Die externen Evaluationsfachleute sollen durch die unabhängige Sicht auf die Schulqualität die
Glaubwürdigkeit des schuleigenen Qualitätsurteils nach Innen und Außen erhöhen.
Die unabhängige, unvoreingenommene Befragung soll eine ehrliche Meinungsäusserung der
Betroffenen erleichtern und „blinde Flecken“, die dem Insider-Blick verborgen bleiben, aufdecken
helfen. Eine professionelle Begutachtung des Qualitätsmanagements soll die Entwicklung und die
Institutionalisierung des schuleigenen Qualitätsmanagements fördern und die Verbindlichkeit zur
Umsetzung der evaluationsbezogenen Entwicklungsmaßnahmen erhöhen.
Zertifizierung
Im Anschluss an eine externe Evaluation kann eine Schule die Zertifizierung über die erfolgreiche Einführung des
Q2E-Qualitätsmanagementsystems freiwillig beantragen.
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Seit wann wird an unserer Schule mit Q2E gearbeitet?
Aufbauphase des Q2E-Konzepts an unserer Schule
Unter der Regie des Staatlichen Schulamtes des Main-Kinzig-Kreises, Dezernat Berufliche Schulen , und mit der Unterstützung durch die Lernende Region
wurden 2004 gemeinsam mit fünf weiteren beruflichen Schulen in Hanau und Schlüchtern verschiedene QM-Modelle sondiert.
Letztlich einigten sich Schulamt und die beteiligten Schulen auf das für die Schule stimmigste Modell - Q2E. Nach anfänglichem Pilotprojekt im Bereich der Fachschule für Kunststoff- und Kautschuktechnik werden seit Ende 2006 in Gelnhausen schulformübergreifend schrittweise Komponenten von Q2E in den Schulbetrieb implementiert.
Seit dem Projektbeginn Ende 2004 gibt es an den Beruflichen Schulen Gelnhausen (BSG) eine Steuerungsgruppe für Qualitätsmanagement - genannt Qualitätskreis. Regelmäßige Treffen und Arbeitssitzungen beinhalten die Zielsetzung, das Q2E-Modell in den schulischen Alltag zu implementieren.
Gleichzeitig besteht seit 2004 eine QM -Arbeitsgruppe aller fünf beruflichen Schulen des Main-Kinzig-Kreises, in der die Vertreter der einzelnen
schulischen Steuerungsgruppen vertreten sind. Diese regelmäßigen Treffen dienen dem überschulischen Erfahrungsaustausch und erfüllen gleichzeitig den
Sinn von "kritischen Freunden", die von außen die QM-Aufbauphase begleiten und reflektieren helfen. Unter der Schirmherrschaft des Dezernenten der
beruflichen Schulen, Klaus Linke, leitet unser Kollege Achim Wamser diese Arbeitsgruppe
(weitere Informationen). Die Aufbauphase endet im Sommer 2010 mit einer abschließenden
Projektpräsentation im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen.
Betriebsphase des Q2E-Konzepts an unserer Schule
Nach der 6-jährigen unterstützten Aufbauphase wird nun in vielen Teilbereichen der Schule mit den Elementen des
Q2E-Management-Systems gearbeitet. Initiiert und unterstützt wird diese Arbeit durch die Schulleitung und die
Steuerungsgruppe (Qualitätskreis). Schwerpunkte der Arbeit sind u.a. der Ausbau des e-Schulhandbuchs für interne
Zwecke, die Durchführung, Auswertung und Dokumentation von Evaluationen sowie die Organisation und Betreuung von
Projekttagen sowie von schulinternen Fort- und Weiterbildungen.
Aktuell erfolgt die Ausarbeitung eines schulischen Qualitätsleitbildes sowie der Aufbau eines Beschwerdemanagements.
In 14-tägigen Sitzungen der Qualitätskreismitglieder erfolgt die Planung und Koordination der Aufgaben. Außerdem
finden nach wie vor regelmäßige Treffen mit den Qualitätskreisen der anderen Beruflichen Schulen des Main-Kinzig-Kreises
zum Gedankenaustausch und als Ideen-Marktplatz statt. Langfristige Zielsetzung ist die Ausweitung der Akzeptanz
des QM-Systems an der Schule und dadurch die vollständige Verankerung im schulischen Alltag.
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