Qualitätsmanagement an unserer Schule


Wieso ein QM-System an unserer Schule?
Weshalb wurde Q2E ausgewählt?
Welche Bestandteile besitzt das Q2E-Konzept?
Seit wann wird an unserer Schule mit Q2E gearbeitet?

Prof. Dr. Norbert Landwehr - Das Q2E-Modell (Überblick)




Wieso ein QM-System an unserer Schule?

Die Fragen „Wie gut sind wir?“ und „Was können wir tun, um noch besser zu werden?“ beschäftigen jeden Lehrer. Das interne Qualitätsmanagement zielt auf die konkrete Arbeit des Kollegiums und der einzelnen Lehrperson ab. Dazu gehören alle Tätigkeiten innerhalb der Schule, die sich bewusst mit der Definition, Evaluation, Planung, Sicherung und Verbesserung der Qualität befassen. Mittlerweile wird die Auseinandersetzung mit der Schulqualität als Aufgabe der Schule als Ganzes gesehen und nicht nur der einzelnen Lehrkraft. Ferner sollen Prozesse mit Hilfe von Strukturierungsmodellen einheitlicher gestaltet, bewusster wahrgenommen, mehr geplant und gezielter gesteuert werden. Dazu sollen Bemühungen um eine gewollte und definierte Schulqualität mehr Verbindlichkeit gegeben, breiter abgestützt sowie besser koordiniert werden, um verbindlichere Aussagen über die Qualität und den Umgang damit zu ermöglichen. Wir tun also etwas, was wir sowieso täglich erledigen. Nur etwas systematischer, professioneller, anerkannter.
Schließlich verlangen auch wir von unseren SchülerInnen Qualität. Mit dem QM-Projekt tun wir also etwas, was wir auch von den Jugendlichen erwarten. Sie erleben, dass wir auch Ansprüche an uns selbst stellen. Sie erleben, dass es normal ist, die eigene Arbeit zu überprüfen und zu verbessern.

Weshalb wurde Q2E ausgewählt?

Das Modell Q2E ("Qualität durch Evaluation und Entwicklung") ist ein ganzheitliches Orientierungsmodell, welches wissenschaftlichen Untersuchungen zur Folge besonders geeignet ist für Schulen. Es basiert - wie der Name bereits andeutet - im Wesentlichen auf der Durchführung von Evaluationen und Feedback, um über diese Rückmeldungen hin eine systematische Schulentwicklung voranzutreiben. Das Schweizer Modell von Landwehr/Steiner liefert den theoretischen Hintergrund, der hilft, das Qualitätsmanagement zu planen und zu dokumentieren. Durch das formelle Prozedere entsteht einerseits Transparenz und anderseits kann kräfteschonend mit dem Thema umgegangen werden. Wir greifen auf eine bestehende, moderne und gut nachvollziehbare Vorlage zurück.

Q2E bietet Unterlagen und Anleitungen zu konkreten Verfahren in Bezug auf das Qualitätsmangement (Systematik der Qualitätsbeschreibung, Fragebögen, Verfahrensabläufe usw.). Wissenschaftlich geprüfte und praxiserprobte Selbstevaluationsinstrumente für Lehrer, Schüler und Schulleitungen ermöglichen eine Bestandsaufnahme der schulischen Praxis aus verschiedenen Blickwinkeln und den Vergleich mit anderen Schulen. So lassen sich Schulentwicklungsimpulse generieren. Es entwickelt sich eine gemeinsame Sprache sowie eine Plattform für einen systematischen Erfahrungsaustausch zwischen den Schulen.

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Welche Bestandteile besitzt das Q2E-Konzept?

Das Modell basiert auf sechs Komponenten, die den allgemeinen Rahmen eines schulinternen Qualitätsmanagements umreißen und unter Einbezug der schulspezifischen Gegebenheiten angepasst und ausgelegt werden müssen. Das Modell Q2E versteht die Qualitätsentwicklung als Schulentwicklungsprozess. Deshalb müssen alle Betroffenen und Beteiligten in den Entwicklungsprozess miteinbezogen werden.



Qualitätsleitbild
Im Mittelpunkt steht das Qualitätsleitbild der Schule. Darin legt die Schule die Qualitäten (Werte, Normen, Standards) fest, nach denen sie sich beurteilen lassen bzw. künftig selbst evaluieren will. Das Qualitätsleitbild wirkt mehr nach innen und stellt eine Konkretisierung des schulischen Leitbildes (siehe dort) dar. Das Leitbild verdeutlicht die von allen Beschäftigten unserer Schule vertretenen Werte und Visionen.

Feedback
Der Unterricht ist für Lehrpersonen das eigentliche „Kerngeschäft“ ihrer beruflichen Tätigkeit. Ein wirkungsvolles und glaubwürdiges Qualitätsmanagement muss daher in der Schule auch den Unterricht erreichen und zur Verbesserung und Weiterentwicklung der individuellen Unterrichtspraxis beitragen. Dabei spielen erfahrungsbezogene Rückmeldungen von Seiten der Betroffenen (z.B. SchülerInnen, Auszubildende) oder von Seiten unbeteiligter Beobachterinnen und Beobachter (z.B. Lehrerkolleginnen und Lehrerkollegen) eine zentrale Rolle. Solche Feedbacks sind für die handelnden Personen wertvolle Reflexionshilfen, die das individuelle Lernen zur Optimierung des beruflichen Handelns anregen und unterstützen können. Sie sind von Beurteilungs- und Qualifizierungsinstrumenten deutlich abzugrenzen. Möglichst alle Mitarbeitenden sollten Feedbacks einholen, auswerten und Konsequenzen in der Praxis umsetzen. So muss die Schulleitung mit einem entsprechenden Konzept dafür sorgen, dass in der Schule die Feedbackkultur (im Sinne des 360-Grad-Feedbacks) institutionalisiert wird.

Evaluation
Es ist wichtig, dass – neben den einzelnen Mitarbeitenden und der individuellen beruflichen Praxis – auch die Institution Schule als Ganzes regelmäßig überprüft und schrittweise weiterentwickelt wird, beispielsweise die kollegiale Zusammenarbeit, die Schulführung oder die Schulorganisation. Unter Bestandsaufnahme versteht man eine gründliche Evaluation, die das Sammeln, Bewerten und Auswerten von Daten und Ergebnissen der schulischen Arbeit und ihrer Wirkungen umfasst. Führen Schulen eine solche Evaluation durch, dann sprechen wir in der Regel von Selbstevaluation. Selbstevaluation, das heißt die systematische Datenerhebung und Datenauswertung in Bezug auf schulische Ziele, gibt dann Auskunft darüber, inwieweit diese erreicht wurden. Verfahren der Selbstevaluation erfüllen somit keinen Selbstzweck, sondern unterstützen die Schulentwicklungsprozesse vor Ort und fördern durch die gewonnenen Rückmeldungen deren Transparenz und Nachhaltigkeit.

Steuerung
Es gehört in den Aufgabenbereich einer Schulleitung, die verschiedenen Qualitätsaktivitäten in der Schule zu steuern und zu koordinieren. Entsprechend wichtig ist es, dass der Aufbau und die Umsetzung des schulinternen Qualitätsmanagements als primäre Aufgabe der Schulleitung verstanden wird. Während der Aufbauphase eines Qualitätsmanagements löst die Schulleitung die anstehenden Aufgaben sinnvollerweise nicht allein, sondern gemeinsam mit einer schulinternen Steuergruppe (an den BSG "Qualitätskreis" genannt).
Gegen Ende der Aufbauphase, wenn es um die Institutionalisierung der Qualitätsaktivitäten geht, hat die Schulleitung die Aufgabe, die konzeptionellen Grundlagen für die Qualitätsmanagementprozesse festzulegen, als transparente Verfahren zu beschreiben und in der Schule verbindlich einzuführen.

Externe Evaluation
Die Schule lässt das schuleigene Qualitätsmanagement und damit auch die Schul- und Unterrichtsqualität extern überprüfen, verarbeitet die Ergebnisse und nutzt sie zur schrittweisen Optimierung. Die externen Evaluationsfachleute sollen durch die unabhängige Sicht auf die Schulqualität die Glaubwürdigkeit des schuleigenen Qualitätsurteils nach Innen und Außen erhöhen. Die unabhängige, unvoreingenommene Befragung soll eine ehrliche Meinungsäusserung der Betroffenen erleichtern und „blinde Flecken“, die dem Insider-Blick verborgen bleiben, aufdecken helfen. Eine professionelle Begutachtung des Qualitätsmanagements soll die Entwicklung und die Institutionalisierung des schuleigenen Qualitätsmanagements fördern und die Verbindlichkeit zur Umsetzung der evaluationsbezogenen Entwicklungsmaßnahmen erhöhen.

Zertifizierung
Im Anschluss an eine externe Evaluation kann eine Schule die Zertifizierung über die erfolgreiche Einführung des Q2E-Qualitätsmanagementsystems freiwillig beantragen.

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Seit wann wird an unserer Schule mit Q2E gearbeitet?

Aufbauphase des Q2E-Konzepts an unserer Schule
Unter der Regie des Staatlichen Schulamtes des Main-Kinzig-Kreises, Dezernat Berufliche Schulen , und mit der Unterstützung durch die Lernende Region wurden 2004 gemeinsam mit fünf weiteren beruflichen Schulen in Hanau und Schlüchtern verschiedene QM-Modelle sondiert. Letztlich einigten sich Schulamt und die beteiligten Schulen auf das für die Schule stimmigste Modell - Q2E. Nach anfänglichem Pilotprojekt im Bereich der Fachschule für Kunststoff- und Kautschuktechnik werden seit Ende 2006 in Gelnhausen schulformübergreifend schrittweise Komponenten von Q2E in den Schulbetrieb implementiert. Seit dem Projektbeginn Ende 2004 gibt es an den Beruflichen Schulen Gelnhausen (BSG) eine Steuerungsgruppe für Qualitätsmanagement - genannt Qualitätskreis. Regelmäßige Treffen und Arbeitssitzungen beinhalten die Zielsetzung, das Q2E-Modell in den schulischen Alltag zu implementieren. Gleichzeitig besteht seit 2004 eine QM -Arbeitsgruppe aller fünf beruflichen Schulen des Main-Kinzig-Kreises, in der die Vertreter der einzelnen schulischen Steuerungsgruppen vertreten sind. Diese regelmäßigen Treffen dienen dem überschulischen Erfahrungsaustausch und erfüllen gleichzeitig den Sinn von "kritischen Freunden", die von außen die QM-Aufbauphase begleiten und reflektieren helfen. Unter der Schirmherrschaft des Dezernenten der beruflichen Schulen, Klaus Linke, leitet unser Kollege Achim Wamser diese Arbeitsgruppe (
weitere Informationen). Die Aufbauphase endet im Sommer 2010 mit einer abschließenden Projektpräsentation im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen.

Betriebsphase des Q2E-Konzepts an unserer Schule
Nach der 6-jährigen unterstützten Aufbauphase wird nun in vielen Teilbereichen der Schule mit den Elementen des Q2E-Management-Systems gearbeitet. Initiiert und unterstützt wird diese Arbeit durch die Schulleitung und die Steuerungsgruppe (Qualitätskreis). Schwerpunkte der Arbeit sind u.a. der Ausbau des e-Schulhandbuchs für interne Zwecke, die Durchführung, Auswertung und Dokumentation von Evaluationen sowie die Organisation und Betreuung von Projekttagen sowie von schulinternen Fort- und Weiterbildungen. Aktuell erfolgt die Ausarbeitung eines schulischen Qualitätsleitbildes sowie der Aufbau eines Beschwerdemanagements. In 14-tägigen Sitzungen der Qualitätskreismitglieder erfolgt die Planung und Koordination der Aufgaben. Außerdem finden nach wie vor regelmäßige Treffen mit den Qualitätskreisen der anderen Beruflichen Schulen des Main-Kinzig-Kreises zum Gedankenaustausch und als Ideen-Marktplatz statt. Langfristige Zielsetzung ist die Ausweitung der Akzeptanz des QM-Systems an der Schule und dadurch die vollständige Verankerung im schulischen Alltag.

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